Fachfortbildung · Online
Autismus & ADHS
in Beratung, Therapie und Begleitung
Eine praxisnahe Fortbildung für Fachkräfte, die neurodivergentes Verhalten nicht nur beschreiben, sondern fachlich einordnen, Gespräche strukturieren und passende Unterstützung ableiten möchten.
Autismus & ADHS in Beratung, Therapie und Begleitung
Über die Weiterbildung
Diese Fortbildung vermittelt nicht nur Grundlagenwissen.
Sie lernen, neurodivergentes Verhalten fachlich einzuordnen, typische Fehldeutungen zu vermeiden und in Beratung, Therapie, Coaching, Pädagogik oder psychosozialer Begleitung sicherer zu reagieren.
Der Schwerpunkt liegt auf der konkreten Einordnung von Situationen: Beobachtungen werden von Interpretationen getrennt, zugrunde liegende Anforderungen geprüft und daraus begründete Handlungsmöglichkeiten entwickelt.
Die aktuelle Weiterbildung läuft bereits. Der nächste Durchgang startet nach Abschluss des laufenden Kurses, sobald ausreichend passende Anmeldungen vorliegen.
Worum es fachlich geht
Die Fortbildung verbindet neuroentwicklungsbezogene Grundlagen mit diagnostischem Denken, Gesprächsführung, Regulationsunterstützung sowie praxisrelevanten Beratungs- und Therapieansätzen.
- Beobachtung, Interpretation und diagnostische Hypothese klar voneinander unterscheiden
- Autismus, ADHS und ein gemeinsames Vorliegen beider Störungsbilder differenzierter einordnen
- Screenings, Selbsttests und qualifizierte Diagnostik fachlich sauber voneinander abgrenzen
- Masking, kompensierte Profile und spät erkannte Verläufe besser verstehen
- Gespräche strukturieren, ohne neurodivergente Verarbeitungsweisen zu übergehen
- Reizüberflutung, Meltdown, Shutdown und emotionale Dysregulation funktional einschätzen
- Interventionen passend zum konkreten Problem und zur eigenen beruflichen Rolle auswählen
- diagnostische Fragestellungen offen, respektvoll und professionell ansprechen
Für wen ist die Weiterbildung geeignet?
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die im beruflichen Alltag mit neurodivergenten Menschen, Familien oder Teams arbeiten. Sie eignet sich insbesondere für:
- therapeutisch, beratend oder heilkundlich tätige Fachkräfte
- Pädagogen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulpsychologen
- Ergotherapeuten, Logopäden und andere therapeutische Berufsgruppen
- Fachkräfte aus Beratungsstellen, Jugendhilfe, Teilhabeberatung und sozialen Diensten
- Coaches, Berater und Mitarbeitende aus Arbeitsagentur, Jobcenter oder Erwachsenenbildung
Auch Teams aus Einrichtungen können teilnehmen oder eine eigene Fortbildung für ihren Arbeitskontext anfragen.
Was Sie nach der Fortbildung sicherer können
- Autismus und ADHS fachlich und entwicklungsbezogen einordnen
- typische und weniger sichtbare Erscheinungsformen erkennen
- wichtige differenzialdiagnostische Fragestellungen mitdenken
- Beratungsgespräche strukturieren und priorisieren
- Regulations- und Unterstützungsmaßnahmen funktional auswählen
- geeignete Beratungs- und Therapieansätze fachlich einordnen
- die eigene Berufsrolle und Kompetenzgrenzen klarer reflektieren
- bei Bedarf zielgerichtet an geeignete Fachstellen weitervermitteln
Die Fortbildung findet in einer kleinen Gruppe statt und enthält ein Arbeitsheft mit fachlichen Erläuterungen, Praxisbeispielen, Arbeitsmodellen, Reflexionsfragen und direkt einsetzbaren Arbeitshilfen.
Die acht Module
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Neurodivergenz fachlich verstehen
Wie lassen sich neurodivergente Besonderheiten verstehen, ohne Verhalten vorschnell zu erklären oder zu bewerten?
Neurodiversität, Neurodivergenz und klinische Diagnose werden voneinander abgegrenzt. Verhalten wird beobachtungsnah beschrieben, bevor Erklärungen oder Diagnosen hinzugefügt werden.
Praxis: Typische Aussagen aus dem Alltag werden mit dem ZND-Einordnungskompass in fachliche Fragen übersetzt.
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Autismus erkennen und verstehen
Wie verändern sich autistische Merkmale mit Alter, Entwicklungsstand und Anforderungen?
Das Modul betrachtet soziale Kommunikation, Wechselseitigkeit, nonverbale Kommunikation, Routinen, Interessen, Sensorik, Interozeption, Alexithymie, Masking und Kompensation.
Praxis: Sichtbares Gelingen und tatsächlicher Aufwand werden voneinander unterschieden - besonders bei spät erkannten oder kompensierten Verläufen.
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ADHS erkennen und verstehen
Warum können Wissen, Motivation und Umsetzung deutlich auseinanderliegen?
ADHS wird nicht nur über Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität betrachtet, sondern über Arbeitsgedächtnis, Aktivierung, Aufgabenbeginn, Zeitsteuerung, Priorisierung, Hyperfokus und emotionale Regulation.
Praxis: Mit der ADHS-Handlungskette werden Aufgaben in einzelne Steuerungsschritte zerlegt: Erfassen, Halten, Beginnen, Ordnen, Zurückfinden, Abschließen und Übergeben.
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Diagnostik und Differenzialdiagnostik bei Autismus und ADHS
Warum ersetzen Fragebögen, Selbsttests oder Screenings keine vollständige diagnostische Abklärung?
Das Modul vermittelt einen fachlichen Einblick in diagnostische Informationsquellen: Entwicklungsanamnese, Fremdanamnese, klinisches Interview, Verhaltensbeobachtung, psychometrische Verfahren und Differenzialdiagnostik.
Praxis: Es wird geprüft, welche Informationen vorliegen, was fehlt, welche Alternativerklärungen zu berücksichtigen sind und wann eine Abklärung sinnvoll empfohlen werden kann.
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Gesprächsführung und Strukturierung in Beratung und Coaching
Wie bleibt ein Gespräch arbeitsfähig, wenn viele Themen, Details oder Wechsel gleichzeitig auftauchen?
Im Mittelpunkt stehen Auftragsklärung, Priorisierung, konkrete Fragestellungen, respektvolles Unterbrechen, Rückführung, Verarbeitungsgeschwindigkeit und dosierte Psychoedukation.
Praxis: Formulierungen für Priorisierung, Unterbrechung, Rückführung und Gesprächsabschluss werden so entwickelt, dass ein nachvollziehbarer nächster Schritt entsteht.
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Regulation, Reizüberflutung und emotionale Reaktionen
Welche Fähigkeiten bleiben unter hoher Belastung noch verfügbar - und welche Unterstützung passt dann wirklich?
Das Modul behandelt Belastungsaufbau, sensorische Überlastung, Übererregung, Untererregung, emotionale Dysregulation, Meltdown, Shutdown, Co-Regulation, Reizreduktion und Wiedereinstieg.
Praxis: Hilfsmittel werden nicht als Standardlösung betrachtet, sondern danach geprüft, welches konkrete Problem sie lösen sollen und woran ihre Wirkung erkennbar wird.
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Beratungs- und Therapieansätze bei Autismus und ADHS
Welche Intervention passt zum konkreten Problem - und liegt sie innerhalb der eigenen beruflichen Rolle?
Es geht um Psychoedukation, Ressourcenarbeit, kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, ACT-orientierte Ansätze, Achtsamkeit, Emotionsregulation, Struktur, Reizmanagement, Energiehaushalt, Masking und AuDHS.
Praxis: Interventionen werden über Problem, Ziel, Passung, Anpassung, Rollengrenze und Wirkungskontrolle ausgewählt.
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Diagnose ansprechen, vermitteln und mit Ablehnung umgehen
Wie kann eine mögliche diagnostische Fragestellung klar, offen und respektvoll angesprochen werden?
Das Modul behandelt diagnostische Vermutungen, Empfehlungen zur Abklärung, Umgang mit Ablehnung, Sorgen vor Stigmatisierung, Diagnosevermittlung und gezielte Weitervermittlung.
Praxis: Konkrete Gesprächsformulierungen werden erarbeitet - für Erwachsene, Eltern, Familien und Situationen, in denen Diagnostik oder Unterstützung zunächst abgelehnt wird.
8 Online-Module à 120 Minuten, Gesamtumfang 16 Zeitstunden.
Die Fortbildung ist bewusst auf eine kleine Gruppe ausgelegt, damit Fallbeispiele, Fragen aus der Praxis und fachliche Rollengrenzen konkret bearbeitet werden können.