Die geschlossene Gruppe verbindet fundierte Psychoedukation mit konkreter
Arbeit am eigenen Alltag. Sie lernen neurodivergente Denk-, Wahrnehmungs-
und Handlungsmuster differenziert einzuordnen und entwickeln Strategien,
die zu Ihrem persönlichen Funktionsprofil passen.
Modul 01
Meine Diagnose verstehen und einordnen
Was bedeutet ADHS, Autismus oder beides konkret für meinen Alltag?
Sie lernen, eigene Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster besser zu
verstehen. Wir betrachten, wie sich ADHS und Autismus überschneiden,
ergänzen oder manchmal widersprechen können. Außerdem erhalten Sie eine
erste Orientierung zum Umgang mit der Diagnose: Wem möchte ich davon
erzählen? Welche Unterstützung kann ich anfragen? Welche nächsten
Schritte sind für mich sinnvoll?
Praxis:
Sie erstellen ein persönliches Stärken- und Belastungsprofil und
erarbeiten, wie Sie mit der Diagnose gegenüber Familie, Arbeitgebern,
Ärzten oder anderen Stellen umgehen möchten.
Modul 02
Überlastung früh erkennen und Energie schützen
Warum sind Geräusche, Gespräche, Termine oder Veränderungen manchmal
plötzlich zu viel?
Wir unterscheiden sensorische Überlastung, soziale Erschöpfung,
emotionalen Stress und allgemeine Überforderung. Sie lernen,
persönliche Auslöser und frühe Warnzeichen zu erkennen und Meltdowns,
Shutdowns oder längeren Erschöpfungsphasen möglichst früh
entgegenzusteuern.
Praxis:
Sie erstellen eine persönliche Belastungsampel sowie einen Plan für
Rückzug, Regulation und Erholung.
Modul 03
Ins Handeln kommen, wenn der Kopf blockiert
Warum gelingt der Anfang nicht, obwohl ich genau weiß, was zu tun wäre?
Sie erfahren, wie exekutive Funktionen, Zeitwahrnehmung, Motivation und
Arbeitsgedächtnis den Alltag beeinflussen. Wir erproben Strategien zum
Priorisieren, Beginnen, Unterteilen und Beenden von Aufgaben – ohne auf
Druck und Selbstvorwürfe zu setzen.
Praxis:
Sie zerlegen eine aktuell belastende Aufgabe in machbare Schritte und
entwickeln Ihren persönlichen „Start-Werkzeugkasten“.
Modul 04
Einen Alltag gestalten, der zu mir passt
Wie kann Struktur helfen, ohne selbst wieder zur Überforderung zu
werden?
Wir beschäftigen uns mit alltagstauglicher Planung, Erinnerungshilfen,
Routinen, Pausen und einem realistischen Umgang mit der verfügbaren
Energie. Dabei berücksichtigen wir sowohl das Bedürfnis nach
Vorhersehbarkeit als auch den Wunsch nach Abwechslung und Stimulation.
Praxis:
Sie entwickeln eine vereinfachte Wochenstruktur und wählen konkrete
Veränderungen für Haushalt, Termine, Arbeit oder Studium aus.
Modul 05
Kommunikation, Grenzen und soziale Energie
Wie kann ich mich verständlich machen, ohne mich ständig anzupassen?
Sie lernen typische Missverständnisse, unterschiedliche
Kommunikationsweisen und die Auswirkungen von Masking besser
einzuordnen. Wir üben, Bedürfnisse klar auszudrücken, Grenzen zu setzen,
um Unterstützung zu bitten und soziale Belastungen besser zu planen.
Praxis:
Sie formulieren eigene Sätze für schwierige Situationen und erstellen
ein persönliches Budget für soziale Energie.
Modul 06
Emotionen regulieren und mein persönliches Funktionsprofil nutzen
Was hilft mir, wenn Gefühle, Anspannung oder Selbstzweifel zu stark
werden?
Sie lernen, körperliche und emotionale Signale früher wahrzunehmen und
passende Regulationsmöglichkeiten auszuwählen. Anschließend führen Sie
die Erkenntnisse aus allen Modulen zu einem persönlichen Funktions- und
Unterstützungsprofil zusammen.
Praxis:
Sie erstellen einen individuellen Plan mit Warnzeichen, hilfreichen
Strategien, benötigter Unterstützung und konkreten nächsten Schritten.