Differenzialdiagnostik bei psychischer Belastung und chronischer Erkrankung

online in der Videosprechstunde

Psychologische Differenzialdiagnostik bei psychischer Belastung und chronischer Erkrankung

Psychische Beschwerden lassen sich nicht immer eindeutig einem einzelnen Störungsbild zuordnen. Symptome können sich überschneiden, durch chronische körperliche Erkrankungen verstärkt werden oder im Zusammenhang mit mehreren psychischen Belastungen auftreten.

Die psychologische Differenzialdiagnostik richtet sich an Erwachsene mit komplexen oder bislang unklaren Beschwerden, die eine fundierte diagnostische Einordnung wünschen.

Eine chronische körperliche Erkrankung kann vorliegen, ist jedoch keine Voraussetzung.

Die Diagnostik kann auch sinnvoll sein, wenn im Rahmen eines Antrags auf Feststellung oder Erhöhung des Grades der Behinderung (GdB) oder einer Pflegegradbegutachtung psychische Beschwerden und deren konkrete Auswirkungen auf Selbstständigkeit, Alltagsbewältigung und Teilhabe nachvollziehbar dokumentiert werden sollen. Der psychologische Befundbericht kann hierbei als ergänzende fachliche Unterlage dienen.

Mögliche Fragestellungen

Abgeklärt werden können unter anderem:

  • depressive Störungen
  • Angststörungen, Panik und Agoraphobie
  • posttraumatische Belastungsstörung und andere Traumafolgestörungen
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung und andere persönlichkeitsbezogene Fragestellungen
  • Anpassungs- und Belastungsstörungen
  • Zwangssymptomatik
  • anhaltende Stress- und Erschöpfungssymptomatik
  • somatische Belastung
  • psychische Beschwerden im Zusammenhang mit chronischen körperlichen Erkrankungen
  • unklare oder widersprüchliche Vorbefunde
  • komplexe Beschwerdebilder mit mehreren möglichen Erklärungen

Eine Diagnose wird nicht vorausgesetzt. Ziel ist eine  neue offene differentialdiagnostische Prüfung.

Ablauf

1. Ausführliches diagnostisches Erstgespräch

Im ersten Online-Termin werden die aktuelle Symptomatik, deren Beginn und Verlauf sowie relevante biografische, medizinische und psychosoziale Faktoren ausführlich erhoben.

Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • bisherige Diagnosen und Behandlungen
  • körperliche Erkrankungen und Medikation
  • aktuelle Belastungen
  • Stimmung, Angst und Anspannung
  • Schlaf, Energie und Antrieb
  • Vermeidungsverhalten
  • Beziehungsgestaltung und zwischenmenschliche Belastungen
  • Trauma- und Belastungserfahrungen
  • Selbstständigkeit und Alltagsbewältigung
  • berufliche und soziale Situation

Vorhandene relevante Vorbefunde können in die diagnostische Einordnung einbezogen werden.

Auf Grundlage dieses Gespräches wird festgelegt, welche weiteren diagnostischen Verfahren sinnvoll sind.

2. Individuell ausgewählte psychometrische Diagnostik

Zwischen den beiden Gesprächsterminen erhalten Sie online ausgewählte psychologische Fragebogen- und Testverfahren.

Die Auswahl erfolgt individuell und kann beispielsweise Verfahren zu folgenden Bereichen umfassen:

  • Depression
  • Angst und Panik
  • Trauma und PTBS
  • Persönlichkeitsmerkmale und Borderline-Symptomatik
  • Zwang
  • allgemeine psychische Belastung
  • Stress und Erschöpfung
  • somatische Belastung
  • Emotionsregulation
  • funktionelle Einschränkungen und Teilhabe

Es wird bewusst keine starre Testbatterie eingesetzt.

3. Diagnostische Vertiefung

Im zweiten Online-Termin werden die Ergebnisse der psychometrischen Verfahren gemeinsam mit den anamnestischen Befunden weiter vertieft.

Je nach Fragestellung kommen zusätzlich strukturierte oder störungsspezifische diagnostische Interviews zum Einsatz.

Dies ist insbesondere bei komplexeren Fragestellungen wie PTBS, Persönlichkeitsstörungen oder sich überschneidenden Symptombildern von Bedeutung.

Offene diagnostische Kriterien und Differentialdiagnosen werden gezielt geprüft, bevor eine abschließende Einordnung erfolgt.

4. Befundbesprechung und Empfehlungen

Anschließend werden die Ergebnisse ausführlich erläutert.

Sie erhalten eine verständliche Einordnung:

  • welche Diagnosen durch die Gesamtbefundlage gestützt werden
  • welche Differentialdiagnosen nicht bestätigt werden
  • welche Faktoren Ihre Beschwerden beeinflussen können
  • wie stark Alltag und Selbstständigkeit beeinträchtigt sind
  • welche weiteren therapeutischen oder medizinischen Schritte sinnvoll erscheinen

Psychologischer Befundbericht

Im Anschluss erhalten Sie einen ausführlichen psychologischen Befundbericht mit:

  • relevanter Anamnese
  • eingesetzten diagnostischen Verfahren
  • psychometrischen Ergebnissen
  • differentialdiagnostischer Beurteilung
  • funktionellen Beeinträchtigungen
  • diagnostischer Gesamtbeurteilung
  • Diagnosen nach ICD-10 und ICD-11, sofern die diagnostischen Voraussetzungen erfüllt sind
  • individuellen Empfehlungen

Bei Fragestellungen im Zusammenhang mit einem Pflegegrad oder GdB werden die Auswirkungen der Beschwerden auf Selbstständigkeit, Alltagsgestaltung, Selbstversorgung, soziale Teilhabe und den Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen besonders berücksichtigt.

Besonderheit bei chronischer körperlicher Erkrankung

Körperliche und psychische Symptome werden nicht vorschnell gleichgesetzt.

Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Herzrasen, Konzentrationsprobleme oder Vermeidungsverhalten können sowohl psychische als auch körperliche Ursachen haben.

Diese Zusammenhänge werden im Rahmen der Differentialdiagnostik ausdrücklich berücksichtigt.

Durchführung

Die Diagnostik erfolgt derzeit vollständig online.

Sie umfasst:

  • ein ausführliches diagnostisches Erstgespräch
  • individuell ausgewählte psychometrische Verfahren
  • gegebenenfalls strukturierte störungsspezifische Interviews
  • ein zweites diagnostisches Gespräch mit Vertiefung und Befundbesprechung
  • Auswertung und differentialdiagnostische Gesamtbeurteilung
  • einen ausführlichen psychologischen Befundbericht

Honorar: 590 €

Das Angebot stellt keine fortlaufende Psychotherapie und keine medizinische, sozialmedizinische oder gerichtliche Begutachtung dar. Auch die Feststellung eines Pflegegrades selbst ist nicht Bestandteil der Leistung.

Klarheit finden, Unterstützung erhalten

In Düsseldorf stehen wir Ihnen mit spezialisierter psychologischer Differenzialdiagnostik zur Seite. Wir helfen Ihnen, komplexe Beschwerdebilder zu verstehen und die notwendigen Dokumente für GdB- und Pflegegrad-Anträge zu erstellen. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung.

Bitte senden Sie zunächst eine kurze Anfrage mit Ihrer Fragestellung. Nach Prüfung erhalten Sie eine Rückmeldung, ob die Diagnostik für Ihr Anliegen geeignet ist, sowie Informationen zum weiteren Ablauf.